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Keraman heute

Labuan / Waterfront HotelIn ca. 20 Minuten per Motorboot kann man Mompracem von Labuan City aus erreichen. Vom Anleger vor dem Waterfront Hotel aus kann man eine solche Passage buchen. Sie kostete im Jahr 2000 vierzig Ringgit (ca. 10 Euro) pro Person, wobei aber mindestens vier Personen fahren sollten oder zu bezahlen sind.

Ich war inzwischen zwei Mal auf dieser Insel, das erste Mal mit meinen Eltern am 10. August 1998, das zweite Mal mit meinem Freund am 29. Juli 2000. Beim ersten Mal waren noch die touristischen Anlagen intakt. Man Lage der Wrackskonnte hier auf einer Plattform übernachten, tagsüber Wassersport treiben oder nach den berühmten Wracks, die bei Mompracem liegen, tauchen. Nein, es handelt sich leider um keine von Sandokan versenkten Schiffe, sondern um recht moderne Wracks. Das "Cement Wreck", die "MV Tung Hwang" zum Beispiel ist in den 1980er Jahren östlich von Mompracem in 30 Meter Tiefe gesunken, als es, beladen mit Zement, auf den Weg nach Brunei war.

Von den einstmals recht guten Anlagen des "Kuraman Resort" gibt es immerhin noch ein Restaurant. 1998 sind wir auf einem brüchigen verrosteten Tankerwrack am Nordweststrand herumteturnt, heute kann man durch den Dschungel zum Leuchtturm zu wandern oder zu jener Bucht unweit des Tankerwracks, von der man aus zu einem Salgari-Gedenkstein kommt...

Diesen Gedenkstein haben Giuglio Raiola und Rolando Jotti während ihrer Suche nach Mompracem auf Keraman am 29. August 1971 dort errichtet. Mein Vater hat 1998 diesen aus Zement gemachten Stein zufällig entdeckt, als er nämlich nicht mehr durch den damals sehr mückenreichen Dschungel zurückkehren wollte, sondern lieber über die Felsen zurück zu dem Strand, wo wir uns niedergelassen hatten. Und auf einmal rief er mir, die ich noch unschlüssig in der Bucht wartete, ob das mit dem Felsenerklimmen auch wirklich geht, ganz aufgeregt zu, er hätte einen Stein entdeckt, auf dem was von Sandokan stünde. Wie schnell ich auf einmal auch auf dem Felsen war!

Der Text lautet:

GedenksteinQUEST'ISOLA ISPIRÒ
ALLO SCRITTORE
EMILIO SALGARI
(1862 - 1911)
LE AVVENTUROSE IMPRESE DI
SANDOKAN
LA TIGRE DELLA MALESIA
PER I SOGNI DEI RAGAZZI ITALIANI

IN MOMPRACEM RITROVERATA
R.J. - G.R. 29-81971

Leider haben einige Besucher, die in den letzten Jahren auf der Insel waren, den Stein nicht finden können. Entweder haben sie ihn zwischen den Felsen nicht entdecken können oder er wurde durch Wasserfluten abgetragen.

BuchcoverÜbrigens war den Filmmachern von "Sandokan" (1976) die Insel nicht felsig genug, so dass sie eine andere, nämlich Pulau Kapas vor der malaysischen Halbinsel, auswählten. Immerhin wird Mompracem bei Salgari als recht felsig, und damit als "wild" beschrieben -wie das abgebildete Buchercover von Salgaris "La Riconquista del Mompracem" zeigt. Keraman-Mompracem weist allerdings jede Menge kleinerer Felsen und Felsvorsprünge auf, besonders im Gewässer vor der Insel liegen viele Felsen und ragen teilweise auch hervor, zum Beispiel wurden wir zu einem recht großen, südlich von Mompracem gelegenen Felsen per Boot gefahren, um uns dort die als sehr giftig eingeschätzten Schlangen zu zeigen, die auch wirklich in Scharen sich auf dem Felsen sonnten. Man sieht auf dem Luftbild (siehe "Mompracem auf alten Karten"), dass das Gewässer um Mompracem herum sehr seicht ist.

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